nicht so arg viel Lust, weiterzulesen, wenn auf den ersten Seiten solche Sätze kommen:
Die Wanne fülle sich, bis die Wasseroberfläche sich wölbte und ein weiterer Pionier unter den Wassertropfen den Sprung ins Unbekannte wagte... -
Die Tropfen hielten Ordnung. Die erste fiel ins Ungewisse. Zögernd folgte der nächste. Ihm folgten die anderen, immer schneller, wie die Lemminge, die dem Abgrund zuströmten. - Die Hauptperson hört ein Geräusch:
Für eine Schrecksekunde bildete sie sich ein, es entsteht in ihrem Kopf, dehne sich aus, dränge heraus, sprenge ihren Schädel.
Für mich ist das alles so gefühlig ungenau geschrieben, so umständlich bedeutungsträchtig, so gewollt sinnbeladen, stilistisch derart überladen und gedankenschwer belastet, dass ich einfach keine Lust mehr habe. Dann stimmt es nämlich nicht mehr. Dann sind die Sätze nämlich falsch. Dann schrammen sie mir zu sehr am überladenen Kitsch entlang. Und wenn ich dann das Gefühl habe, dass das der durchgehende Stil der Autorin ist, will ich nicht mehr, weil ich genau weiß, dass ich es wirklich nicht lange aushalten werde. Und so viel Lebenszeit habe ich nicht, dass ich auch noch Bücher lese, die ich nicht mag.
Auch das wieder eine Kurzrezension. Diesmal: Anne Chaplet:
Schrei nach Stille. Tut mir leid, dpr. Aber zur Sprache selbst hattest du ja gar nichts
geschrieben. Und ich bin da eben sehr empfindlich.